Interview

Ein aktueller Blick hinter die Kulissen von RENNER
Die Nachfrage boomt, der Vertrieb wächst und gedeiht. Auch international bieten sich aktuell hochinteressante Perspektiven. Angesichts dieser Fakten fragen sich nicht nur Branchenkenner: Was geschieht da gerade bei RENNER?

Die Antworten auf diese Fragen kennt Geschäftsführerin Karin Renner.
Lange Zeit haben wir erfolgreich mit externen Vertriebspartnern zusammengearbeitet. In den letzten Jahren verschoben sich sowohl bei unseren Kunden als auch bei unseren Fertigungsmöglichkeiten die Prioritäten. Individuellere Lösungen und kürzere Reaktionszeiten waren gefragt – ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Mit den bisherigen Strukturen ließen sich diese neuen Anforderungen nicht beantworten. Daher entschieden wir uns für eine kleine Revolution.
Eigentlich ein ganz einfacher Gedankengang. Damit die Wege zwischen Hersteller und Kunden kürzer werden, müssen beide näher zusammenrücken. Am einfachsten ließ sich dies durch Verlagerung des Vertriebs in das eigene Unternehmen zusammen mit digitalisierten Auftrags- und Montageprozessen erreichen. Von der Verfügbarkeitsabfrage über die Klärung von Sonderwünschen bis hin zur Fertigung profitieren so alle von deutlich schnelleren und dabei auch verlässlicheren Abläufen.
Kurze Bestellwege, schnelle Reaktionszeiten – darauf kommt es uns in der Auftragsabwicklung vor allem an. Und das nicht nur bei Standardmodellen, sondern auch bei individuell angepassten Varianten. Die Voraussetzung dafür haben wir mit einer durchgängigen, digitalen Prozesskette und der computergesteuerten „step by step“ Montage geschaffen. Unterm Strich beschleunigt dies unsere Arbeitsvorgänge enorm, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.
Ja, das stimmt. In der Tat konzentrierte sich ein beträchtlicher Teil unserer Unternehmenskommunikation während der letzten 12 Monaten genau darauf. Zum Glück konnten wir gleich mehrere, spannenden Neuerungen berichten. Denn durch die Bündelung der Vertriebsaktivitäten ergeben sich auch neue Vorteile. So profitieren gerade Kunden mit älteren Pumpen von unserem umfassenden Ersatzteil-Service. In den alten Vertriebsstrukturen ließ sich diese Leistung oft nicht mit wirtschaftlichem Aufwand realisieren. Das Feedback unserer Kunden ist jedenfalls eindeutig: Die Umstrukturierung war ein wichtiger, richtiger und erfolgreicher Schritt in die Zukunft.
Nun, wir wollen ja wachsen. Zusätzliche Arbeit ist da keine unerwünschte Nebenwirkung, sondern Mittel zum Zweck. Aber natürlich soll das nicht auf dem Rücken unserer Mitarbeiter ausgetragen werden. Wir haben uns daher frühzeitig um neue Mitarbeiter bemüht und konnten den Vertrieb bereits verstärken. Diese kontrollierte Expansion werden wir auch in Zukunft vorantreiben.
Ein zentraler Punkt ist der Ausbau internationaler Partnerschaften. So haben wir seit nunmehr 10 Jahren einen Vertriebspartner in Singapur. Letztes Jahr konnten wir einen Partner in Südkorea dazu gewinnen. Über diese beiden Stützpunkte bedienen wir nun den wichtigen asiatischen Raum mit China, Südkorea, Taiwan, Japan, Malaysia und Singapur. Unsere Produkte sind dort seit Jahren erfolgreich im Einsatz und werden geschätzt. Einen entsprechenden Service vor Ort zu bieten, ist daher unumgänglich. Unsere klassischen Märkte verlieren wir bei alldem natürlich nicht aus den Augen. Gerade in Kanada und den USA sind wir seit 14 Jahren überaus erfolgreich präsent und wollen dies in Zukunft sogar noch steigern.
Keine Frage: Unsere Produkte und Innovationen sind weltweit gefragt und werden geschätzt. Ob das beschauliche Örtchen Schmie deshalb aber zu einem Rotterdam oder Shanghai wird? Ich glaube kaum (lacht). Doch ist der Wandel nicht zu übersehen. Als wir neulich in unserem Hof einen 20-Fuß-Seecontainer für Südkorea beluden, wurde es schon etwas eng. Aber wir sind ja bereits dabei, unseren Versandbereich zu vergrößern und zwei zusätzliche Verladerampen zu installieren. Auch wenn wohl weiterhin keine eigenen Containerschiffe beladen werden, steigert die gleichzeitige Abfertigung mehrerer LKW unsere Vertriebskapazitäten erheblich. Angesichts der aktuellen Geschäftsentwicklung dringend erforderlich.